YogaAndFlow
Yoga für kleine und große Yogis und Yoginis

 

Was ist Yoga? Oder: warum du bei mir Brittayoga machst.

 

Ich bin im letzten Jahr mehrfach aufgefordert worden, über Yoga zu schreiben. Im Sinne von: Wer dich sucht, weil er oder sie mit Yoga anfangen möchte, weiß ja nichts über Yoga und will es erst einmal kennenlernen. Ok - kann ich verstehen. Also Yoga ist die Verbindung von Körper - Geist und Seele. Alles klar? Nein, tja lange habe ich gerätselt, warum es mir innerlich widerstrebt, darüber zu schreiben, was nun Yoga ist, klar kann ich dir die Infos liefern, die du überall findest. Es stammt aus Indien, ist uralt und ein ganzheitliches Konzept. Die meisten Stile, die du in den westlichen Kulturen findest, konzertieren sich auf die Asanapraxis (Körperübungen), dabei ist dieser Teil eigentlich nur eine Vorübung, um im Anschluss länger in der Meditation verweilen zu können.

Aber warum bin ich so unmotiviert über etwas zu schreiben, das ich fast täglich praktiziere, unterrichte, liebe und in das ich mich seit Jahren weiter hineinfuchse, um es immer tiefer zu ergründen? Als ich heute morgen auf der Matte stand und meinen eignen Flow genoss, wurde es mir klar: Es fehlen die Worte! Mit Worten bleiben wir immer nur an der Oberfläche, wir versuchen mit dem Kopf etwas zu beschreiben, das wir aber eigentlich im Herzen fühlen, das durch und durch geht, das soviel mehr ist, als Worte ausdrücken können. Yoga musst du fühlen. Und wenn du eine Lehrerin findest, bei der du es einmal gefühlt hast, willst du nicht mehr damit aufhören, denn es bereichert dein Leben, es stärkt dich, es verbindet dich mit deinen Wurzeln, du kannst es nur fühlen, du kannst es mit deinem Verstand, mit deinen Worten nicht durchdringen.



Das ist glaube ich auch der Grund, warum viele Menschen, die es noch nicht richtig erlebet haben, so ein bisschen irritiert lächelnd auf Yogis und Yoginis schauen. Was wir tun, kann man nicht erklären, man muss mitmachen.

Yoga ist eine Einladung. Ein Weg zu dir selbst. Es gibt Licht- und Schattenseiten Ha (Sonne) und Tha (Mond) von Hatha Yoga, hat es schon in seinem Wort enthalten. Manchmal fühlst du dich leicht, manchmal kämpfst du mit inneren und äußeren Limitierungen. Manchmal fließt du durch deinen Yogaflow, manchmal hoffst du, dass du dir bald Savasana erarbeitet hast. Aber für genau diese Unterschiede sensibel zu machen, ist Teil meiner Unterrichtspaxis. Das Leben ist auch nicht immer gleich. Wir werden durch so viele Faktoren beeinflusst, das Wetter, die Laune, der Familie, Begegnungen im Alltag, Stress, Sorgen, Freude, Unzufriedenheit. Die meisten Menschen nehmen nicht einmal bewusst wahr, dass dem so ist. Sie sind quasi im Blindflug im Leben unterwegs. Im Yogakurs beginnen wir hinzuspüren und wahrzunehmen und was das aller wichtigste ist: Wir üben uns darin, zu akzeptieren. Es ist ok, dass heute ein mieser Tag ist. Es ist ok, dass ich in den Kriegerhaltungen heute schwer atme. Es ist ok, dass mich in der Stellung der Kindes eine innere Unruhe plagt, etc.

Wenn du Yoga praktizierst, dann zählst nur du auf deiner Matte. Wenn du ein wenig geübt bist, schließt du deine Augen und richtest die ganze Stunde deine Aufmerksamkeit nach innen. Dann wird die Asanapraxis zur Meditation, zum Stimmungsbarometer, zur Selbstfürsorge.

Die Sozialisation hat dich gelehrt dich anzupassen, Werte und Normen zu übernehmen, die dir vorgelebt wurden. Yoga unterstützt dich darin, wieder herauszufinden was du willst, wer du bist und wie du deinem Herzen folgst.

Ok, da sind die Pferde etwas mit mir durchgegangen. Natürlich leistet das nicht die 90min Praxis allein und wenn du anfängst, dann konzertierst du dich zunächst darauf, die einzelnen Haltungen, anatomisch korrekt zu lernen und zu atmen, die Rückenschmerzen loszuwerden, die Nackenverspannung oder den Alltagsstress. Ich arbeite hier gerne mit Elementen aus der Spiraldynamik. Wenn wir uns am Anfang etwas mehr Zeit nehmen, die Asanas gut zu lernen und auch wirklich auf die innere und äußere Struktur zu achten, können wir lange und körperlich gesund üben. Denn auch im Yoga, können wir uns Fehlhaltungen und Verletzungen zuziehen, wenn wir darauf nicht achten, sondern alles irgendwie machen, nur um mitzukommen oder weil es alle machen. Die Asana muss für dich stimmig sein, es ist nicht hilfreich, sich an der äußeren Ausführung anderer zu orientieren, sondern deine ganz persönliche Haltung zu finden. Nur dann wird dir Yoga wirklich gut tun und dich nachhaltig stärken. Deshalb bin ich auch kein großer Fan von HandsOn, weil dabei Lehrende vor allem von außen auf die Asana gucken und dich in eine Form bringen, die vielleicht für deinen Körper gar nicht gut ist. Ich korrigiere nur „echte“ Fehlstellungen, die für dich langfristig schädlich sein könnten und helfe dir dabei, deine Haltungen langfristig zu nuancieren, wie weit du aber eintauchst erspürst du selbst, indem du dein eigenes Körpergefühl, deine Wahrnehmung schulst und lernen genauer hinzustürzen.

Wenn du einmal eingedrungen bist ist was das „mehr“ an Yoga dir bietet, dann willst du da immer wieder hineintauchen, dann ist deine natürliche Neugierde geweckt und dann schwappt die Yogapraxis irgendwann auch in deinen Alltag, in dein Leben hinein. YES!

Ich habe mich schon während meines Studiums zum Yoga hingezogen gefühlt, aber es hat nie so richtig klick gemacht, im Fitnessstudio war es mir zu oberflächlich, bei der VHS zu esoterisch. Ich brauchte erst das erschöpfende erste Jahr mit meine Sohn, um mich noch einmal auf die Matte zu vagen und endlich den Zugang zu finden oder vielleicht auch die richtige Lehrerin, die mich geleitet hat. Daher kann ich persönlich immer nur empfehlen, weiter zu suchen, wenn es beim ersten Anlauf vielleicht nicht gepasst hat.

Die meisten Yogakurse stehen und fallen mit den Lehrenden. Wenn wir nicht gerade sehr strikten Konzepten wie Jivamuktiyoga oder Sivandayoga folgen, legen wir unsere ganze Persönlichkeit mit in unseren Unterricht. Das ist auch der Grund, warum ich immer sage: Ich mache Brittayoga, wenn ich nach meinem Yogastil gefragt werden. Mein Yoga ist beeinflusst von so vielen Fortbildungen und Stilen. Ich bin meinem Ausbilder Lothar Wester sehr dankbar dafür, dass er uns viele verschiedene Ansätze gezeigt hat und uns von Anfang an ermutigt hat, unseren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Das hat mich so weit gebracht in meinen Möglichkeiten, führt aber auch dazu, dass ich etwas allergisch auf all die vorgegebenen Konzepte reagiere, die die Ausbildungswelt im Yoga anbietet. Yoga ist eben nicht das Stundenbild einer anderen zu übernehmen, sondern dein eigenes zu kreieren. (Was nicht heißt, dass wir uns nicht inspirieren lassen dürfen und sollen. Ganz im Gegenteil, selbst Schülerin zu bleiben, Klassen von anderen Lehrenden zu besuchen ist sehr wichtig für deine eigene Weiterentwicklung und Teil des Yogakonzeptes: Wir bleiben immer Schülerinnen)

So kann ich dir auch nicht genau vorhersagen, was für Yogastunden dich bei mir erwarten. Meine Yogaklassen folgen einem Jahreskonzept: Neujahr, wenn die Tage langsam spürbar länger werden, kommt die Frühlingsenergie zurück und die Klassen werden dynamischer, ich baue kräftigende Elemente mit ein und unterstütze die natürliche Motivation des Körpers in dieser Zeit ins Schwitzen zu kommen. Der Sommerkurs passt sich immer ein wenig dem Wetter an: An heißen Tagen machen wir eher eine sanfte Praxis, an kühleren üben wir etwas kraftvoller. Wenn der Herbst kommt ziehen wir uns langsam wieder in eine ruhigere Praxis zurück, die im Winter von viel Ruhe, langen Endenspannungen und YinYogaeinflüssen begleitet werden.

Ich plane meine Kurse wochenaktuell, so fließt die jeweilige Energie und Stimmung der Zeit immer mit ein. Wenn zum Beispiel gerade alle im Homeoffice hocken und sich innerlich Anspannung manifestiert, gibt es auch im Winterblock schon einmal dynamischere Flows, weil es dann leichter fällt Verspannungen abzubauen und im Anschluss tiefer zu entspannen.

Mein Ziel ist, dass sich meine Teilnehmenden abgeholt, gesehen und gut durch die Stunde geführt fühlen. Das sie sich leichter, größer oder gestärkter fühlen, wenn sie den Kurs wieder verlassen. Dass sie lernen ihre eigenen körperlichen Grenzen zu erkennen und vor allem zu schätzen. Dabei ist es völlig egal, ob sie online oder in Präsenz am Kurs teilnehmen.

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Hier hast du einen Mitschnitt einer 60min Yogastunde. Nicht professionell nachbereitet, aber so bekommst du eine gute Idee von meiner Art zu unterrichten....



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